Erklärtes Ziel unserer Sortenvielfalt ist, möglichst für jeden Geschmack und jede Gelegenheit einen passenden Wein bereit zu haben. Nun lassen sich bei unserem Klima nicht alle geschätzten Keltersorten kultivieren, so dass die Trauben einen vernünftigen Reifegrad erzielen. Aus der Palette derjenigen, die bei uns möglich sind, bauen wir im Moment deren sechs an. Über unterschiedliche Kelterung lassen sich aus einzelnen Sorten durchaus verschiedene Weintypen bereiten.
Alle unsere Rebberge werden nach den Richtlinien der integrierten Produktion bewirtschaftet. Auch bürgen wir dafür, dass unsere Weine zu 100% unverschnitten sind, d.h. wir verwenden nur Trauben, die aus unseren Rebbergen mit der Lagebezeichnung «Kartause Ittingen» stammen.

Müller-Thurgau
Kreuzungszüchtung des Tägerwilers Hermann Müller aus dem Jahre 1882. Aufgrund neuster genanalytischer Nachweismöglichkeiten gilt es als erwiesen, dass nicht Sylvaner der Kreuzungspartner von Riesling war, sondern Chasselas. Deshalb wurde der Name dieser Sorte in Müller-Thurgau geändert, denjenigen Namen, den die Sorte bereits heute weltweit trägt, zu Ehren des Züchters.
Die Sorte ist frühreif, ertragsstark – in unseren Rebbergen werden praktisch jedes Jahr Behangskorrekturen vorgenommen – aber auch fäulnisanfällig. In guten Jahren neigt die Sorte zu Säurearmut, was eine vorzeitige Ernte notwendig machen kann.
Weintyp: Muskat- und Zitrusaromen, erfrischende elegante Weine ohne allzuviel Alterungspotential, für den Aperitif oder zu Fisch.

Seyval blanc (Interspezifische Kreuzung)
Mehrfachkreuzung des Franzosen Seyve-Villard unter Mitverwendung von mehreren Wildformen, mit dem Ziel, die Resistenz der amerikanischen Wildarten gegen die Reblaus einzukreuzen, was misslang; hingegen verfügt die Sorte über eine gute Resistenz gegen echten und falschen Mehltau, die bedeutendsten Krankheiten der Rebe. Dieser Umstand ermöglicht eine Einsparung an Pflanzenschutzmitteln in der Grössenordnung von 70% gegenüber den europäischen Sorten. Die Sorte ist mittelspät in der Reife, neigt stark zu Überbehang, bringt die gewünschte Reife nur bei stark reduzierten Erträgen, ist eher fäulnisanfällig.
Weintyp: feinfruchtig, Blüten- und Birnenduft, würzig unterlegt, gewinnt nach ein bis zwei Jahren an Rafinesse, zu Vorspeisen und Fisch.

Pinot gris (Grauburgunder)
Edle Bouquetsorte, entstanden durch Mutation aus dem Pinot noir, mit Grau wird die eigentümliche Farbe der reifen Traubenbeeren bezeichnet, hat in unseren Breiten hohe Ansprüche an die Lage, bringt die Sortentypizität nur bei hohen Reifegraden und kleinen Behängen.
Weintyp: jung, Rosenblüten-, später Honig- und Melonenduft, füllige, reiche Weine, am schönsten mit 3–4 Jahren. Zu Vorspeisen und auch zum Dessert mit eher neutralem Käse. Idealer Begleiter von Spargeln oder als Weisswein über die ganze Mahlzeit.

Blauburgunder (Pinot noir)
Sehr alte Sorte, vermutlich aus dem Burgund über das Wallis in unsere Region gebracht worden, heute weltweit verbreitet, wobei in jeder Region jeweils auf die dortigen Verhältnisse züchterisch angepasst. Mittelspäte Reife, je engbeeriger die Klone desto fäulnisanfälliger, bedarf einer strengen Ertragsregulierung um ansprechende Rotweine zu liefern. Blauburgunder lässt sehr viele verschiedene Kelterungs- und Ausbauvarianten zu: Vom Federweiss bis zum Dessertwein.

Federweiss
Da sich die roten Farbstoffe ausschliesslich in der Traubenhaut befinden, erhalten wir beim Trennen des Saftes von den Häuten unmittelbar nach der Ernte einen praktisch farblosen Saft, der weiterverarbeitet wird wie ein Weisswein.
Weintyp: fruchtig-beeriger Duft, elegant, wird eher kühl und jung getrunken. Als Aperitifwein, oder im Sommer auch einmal über eine ganze Mahlzeit.

Stiftungswein Blauburgunder
Reife Blauburgundertrauben, traditionell gekeltert, d.h. der Wein verbleibt lediglich 3 bis 4 Tage an der Maische. Dadurch ist die Gerbstoffextraktion eher gering. Anschliessend wird er einige Monate in grossen Eichenfässern ausgebaut, ein klassischer Ostschweizer vom Feinsten.
Weintyp: Fruchtig-weiniger Duft, oft an Himbeeren und reife Erdbeeren    erinnernd, mit feinem Gerbstoff, vollmundig. Zum Hauptgang, auch sehr schön zu asiatischen Gerichten, erreicht seine optimale Trinkreife nach 2 bis 4 Jahren.

Kirchwingert Blauburgunder
Eine Auslese aus unserer besten Lage, dem Kirchwingert. Vollständig an der Maische vergoren (6–7 Tage) um möglichst viel wertvollen Extrakt zu erhalten. Dadurch wird auch eine erhöhte Gerbstoffausbeute ermöglicht. Deshalb wird der Wein anschliessend während 12 Monaten in Eichenfässern ausgebaut.
Weintyp: Kräftiger Rotwein, Frucht-Kompott-Duft (Kirschen, Zwetschgen), untermalt mit sehr diskreten Holzaromen jung mit kräftigem Gerbstoff, mit Erreichen der Trinkreife nach ca. 3–4 Jahren samtig, zu kräftigen Fleischgerichten oder zu Käse.

Strohwein Blauburgunder
Ausgesucht reife und gesunde Trauben werden in kleinen Holzharassen auf Stroh ausgelegt und getrocknet. Bei einem Zuckergehalt von 120° Oechsle werden diese Fast-Weinbeeren vollständig an der Maische vergoren. Anschliessend wird der Weinwährend 12 Monaten in Barriques ausgebaut.
 Weintyp: Es entsteht ein überaus kräftiger voller Wein mit komplexem Bouquet, mit Holz-, Gewürz- und Fruchtkomponenten. Ein Festtagswein oder zum Schwelgen.

 

Maréchal Foch (Interspezifische Kreuzung)
Diese Sorte stammt aus der selben Gruppe der krankheitsresistenten Kreuzungen wie Seyval Blanc, entspringt einer Kreuzung des Züchters Eugène Kuhlmann von Goldriesling mit einer amerikanischen Wildform, ist wuchsfreudig, frühreif, zeigt geringe Krankheitsanfälligkeit, auch gegenüber Botrytis (Fäulnis). Sie wird bei uns auf zwei verschiedene Arten ausgebaut: im Stahltank und als Auslese in der Barrique.

Maréchal Foch
An der Maische vergoren, anschliessend im Stahltank ausgebaut. Weintyp: Fruchtig-beeriger Typ, häufig mit Cassis-, Kirschen- und Waldbeerenkomponenten, elegant. Präsentiert seine Qualitäten am Schönsten mit ca. 2–3 Jahren. Zum Hauptgang oder zu Käse.

Maréchal Foch Barrique
Eine Auslese der reifsten Maréchal Foch-Trauben bildet die Grundlage für diesen Wein, der Ausbau im Kleinholzfass (Barrique) während 10–12 Monaten fördert seine Gerbstoffreifung, und verleiht im zusätzliche Komplexität im Bouquet.
Weintyp: Wuchtig-würzig in der Nase, Holz- und Waldbeerenaromen, füllig und anhaltend, dürfte mit 3–5 Jahren seine Reife erreichen. Unterstützt aufs schönste kräftige Fleischgerichte.

Schaumwein «Fortunatus» Cuvée brut
Den Grundwein für unseren Schaumwein liefert ein Cuvée (Zusammengeben von zwei oder mehreren Traubensorten) aus Müller Thurgau (60%), Seyval Blanc (20%) und Federweiss (20%). Die zweite Gärung zur Kohlenesäureanreicherung erfolgt nach dem klassischen Flaschengärverfahren.
Weintyp: feinfruchtig und frisch in der Nase, weiche Kohlensäure und vollmundig im Gaumen.
Kühl serviert eignet sich dieser Schaumwein vorzüglich zum Apéro oder zu allen speziellen Gelegenheiten.

 
Gerne empfangen wir Sie ab einer Gruppengrösse von ca. 6 Personen gegen Voranmeldung zu einer informativen Kellerführung mir anschliessender Degustation.
Unkosten werden dabei in Rechnung gestellt.
 

Wo ist der Kartäuser erhältlich?
Im Ausschank in unseren Restaurationsbetrieben (täglich geöffnet).
Zum Mitnehmen: in unserem Klosterladen.
Direkt ab Weinkeller, mit der Möglichkeit zur Degustation, Telefonische Anfrage 052 748 44 11

Öffnungszeiten Klosterladen
Mo 13.30 – 18.00
Di – Fr 9.30 – 12.15
13.30 – 18.00
Sa, So 10.00 – 12.15
13.30 – 18.00

1. April - 31. Oktober
SA/SO durchgehend geöffnet