Ittinger Pfingstkonzerte - Konzert 5
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APROPOS EWIGKEIT...
Datum
Sonntag, 24. Mai 2026
ab 17:00 Uhr
Man kann sich über Vieles täuschen. Nur über die Ewigkeit nicht. Denn sie ist, wie die Brüder Grimm es beschrieben haben, kein Zustand, sondern eine Geschichte: Ein Vöglein, das alle hundert Jahre kommt, um mit dem Schnabel an einem Berg zu kratzen. Und wenn der Berg verschwunden ist, ist eine Sekunde der Ewigkeit vergangen. Das ist keine Metapher, das ist ein Mass.
György Ligeti hat ihr ein mechanisches Denkmal gesetzt – hundert Metronome, die ticken, als wollten sie sich gegenseitig überholen. Ein absurdes Konzert aus Zeit, das sich selbst zuhört, bis es verstummt. Am Ende bleibt ein einziger Schlag. Und dann: nichts mehr.
Olivier Messiaens Quartett für das Ende der Zeit entstand in einem Kriegsgefangenenlager. Es ist Musik, geschrieben gegen den Hunger, gegen die Kälte, gegen die Verzweiflung – aber nicht gegen die Zeit. Sie fliesst darin anders, ungreifbar. Die Rhythmen sind entgrenzt, die Töne leuchten, als kämen sie von sehr weit her. Das Quartett erzählt von Engeln mit Regenbögen über dem Haupt und von Vögeln, die über dem Abgrund kreisen. Es ist ein Lobgesang – auf das, was nicht vergeht.
Und Woody Allen? Der sagt, er habe keine Angst vor dem Tod, er wolle nur nicht dabei sein, wenn er komme. Vielleicht geht es uns allen so. Aber diese Musik – sie ist dabei. Und wir, für einen Moment, mit ihr.
Programm
Franz Schubert
Abschied von der Erde D 829
für Stimme und Klavier
Olivier Messiaen
L'eau
aus Fête des belles eaux
für sechs Ondes Martenots,
aufgeführt durch Audioeinspielung
Jürg Kienberger
Apropos Ewigkeit
Olivier Messiaen
O Sacrum Convivium
für gemischten Chor
György Ligeti
Poème Symphonique
für 100 Metronome
Olivier Messiaen
Quatuor pour la fin du temps
für Klarinette, Violine,
Violoncello und Klavier
Ort
In der Remise