Waldrundgang im Ittinger Wald

Im Ittinger Wald kann man auf kleinem Raum fast alle Waldfunktionen entdecken. Biodiversität, Wirtschaftswald und Schutzwald - erholsam und lehrreich.

Die Vielfalt des Ittinger Waldes entdecken
Der Parcours ist rund 2.5 km lang und dauert etwa eine Stunde. An elf Stationen kann Wissenswertes über den Ittinger Wald erfahren werden.

Geschichte der Ittinger Wälder

Geschichte Ittinger Wald
1848 beschloss der Thurgauer Grosse Rat die Aufhebung aller Klöster. Als Folge wurden die Wälder des Klosters Ittingen Teil eines landwirtschaftlichen Gutsbetriebes und durch die Familie Fehr (1867-1977) bewirtschaftet. Die Waldnutzung war, vor allem in den letzten Jahrzehnten der Familie Fehr, extensiv. 1977 erwarb die Stiftung Kartause Ittingen die ehemalige Klosteranlage, und der nahe Ittinger Wald wurde von der Staatforstverwaltung Thurgau übernommen. Mit dieser Übernahme begann eine Zeit des intensiven Waldbaus, der sich vor allem in einer gut erkennbaren Verjüngung äusserte. Im Jahr 1997 wurde der Ittinger Wald an die Stiftung Kartause Ittingen verkauft mit der Auflage, knapp die Hälfte der Waldfläche als Reservat auszuscheiden. Von den rund 32 Hektaren Ittinger Wald sind ungefähr zwei Hektaren Schutzwald und 14 Hektaren Waldreservat. Die übrigen 16 Hektaren werden bewirtschaftet.
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Geologie

Geologie Ittinger Wald
Der hohe Steilhang gegen Norden mit einigen offenen Rutschflächen (vor allem im Winter bei fehlendem Laub gut zu sehen) und südlich des Weges damit verbunden die gratartigen Schuppen, im Volksmund treffend Kamelrücken genannt, sind ein Geotop von nationaler Bedeutung.
Geschaffen wurde diese Landschaft während der letzten Eiszeit. Der Steilhang besteht aus "löchriger Nagelfluh", welche durch den Rheingletscher aus den Bündneralpen herangebracht wurde. Dieser Gletscher breitete sich im offenen Bodenseeraum deltaartig zu einem breiten Vorlandgletscher, im Maximum bis über Schaffhausen, aus.
Die Hügel sind nacheiszeitliche Rutsch- und Sackungsschuppen, die sich am Steilhang ablösten. Beim Abschmelzen des Gletschers nach der letzten Eiszeit (bei seinem Maximalstand lag immerhin eine fast 400 m mächtige Eisschicht über dem Kartausestandort) teilte sich das riesige Eisfeld in einzelne Zungen auf, z.B. in der Region Hochrhein/Untersee, im Seebachtal und im Thurtal. Durch die langsame Freisetzung des "Ittinger Berges" aus dem Eis und das Abschmelzen der Eisstütze am Steilhang ist es gut denkbar, dass der entlastete und noch vegetationslose Hang seinen Halt verlor und in Schuppen auf dem durchnässten Untergrund thurwärts absackte. Auch heute rutscht der Hang noch geringfügig.. Die bewachsenen Geröllhalden unterhalb der Felsbänder nehmen die ganze Breite des Steilhanges ein. Zwischen den Schuppen konnte sich Wasser stauen, was zur Bildung feuchter Senken und kleiner Moore führte.

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